SakeTami
ALEXANDRA FOOTAGE
ALEXANDRA FOOTAGE

patreon


Advent Calendar – December 14

– English translation below –

HOME SWEET HOME

Eine weihnachtliche Gipsgeschichte
Teil 3

Julia war pünktlich zum Mittagessen wieder zu Hause gewesen. Sie hatte ihren Eltern von der Begegnung mit Chrissi erzählt, den Teil mit Toni jedoch ausgelassen. Die Erinnerung daran fühlte sich zu fragil an, zu unwirklich – als müsste sie sie erst einmal für sich behalten, um sie nicht zu zerreden.

Nach dem Essen half sie ihrer Mutter in der Küche. In den letzten Jahren hatten hier zwar ein Thermomix und diverse andere Küchengeräte Einzug gehalten, nicht aber eine Spülmaschine. Dass ihre Eltern sich bis heute gegen diese Julias Meinung nach selbstverständlichste aller Erleichterungen sträubten – sie hatte ihnen schon mehr als einmal eine schenken wollen – reizte sie sonst jedes Mal. Heute jedoch fehlte ihr die Energie für diese Art von innerem Augenrollen. Sie spülte Teller, reichte Tassen an, hörte ihrer Mutter halb zu und war doch mit den Gedanken woanders.

Anschließend schmückten sie gemeinsam den Weihnachtsbaum, wie es in ihrer Familie seit jeher Tradition war. Viele der Holzfiguren waren so alt, dass Julia sie schon als Kind gekannt hatte. Seit ihrer Teenagerzeit war ihr dieses Ritual albern vorgekommen. Später hatte sie sich dabei oft wie eine Schauspielerin gefühlt, die in einer altmodischen, stehengebliebenen Kulisse etwas aufführte, das ihr eigentlich längst fremd geworden war.

Heute war es anders.

Vielleicht lag es an der alten Weihnachts-CD, die im Hintergrund leise spielte. Vielleicht an der kleinen Holzmaus, die sie als Kind geschenkt bekommen hatte und die ihre Mutter jedes Jahr sorgfältig an denselben Zweig hängte. Oder an ihren Eltern, die, ausnahmsweise entspannt, gemeinsam Cappuccino tranken und ernsthaft darüber diskutierten, ob der Stern nicht doch ein paar Zentimeter weiter nach links sollte oder nicht.

Julia spürte eine ungewohnte Rührung und schob sie hastig beiseite.

Als der Baum fertig geschmückt war, wollte sie sich in ihr Zimmer zurückziehen. Doch ihre Mutter warf einen Blick auf die Uhr und sagte:
„Am besten gehst du gleich los zur Schlittschuhbahn. Du verpasst ja sonst alles! Und um sechs gibt’s Abendessen.“

Julia blieb stehen.

Plötzlich war sie nervös. Sie hatte zwar tatsächlich darüber nachgedacht, zu dem von Chrissi erwähnten Treffen zu gehen – eher theoretisch, eher unverbindlich. Jetzt aber, wo es konkret wurde, fühlte sie sich alles andere als bereit. Zu viele Gesichter von früher, zu viele Fragen, zu viele unausgesprochene Vergleiche.

Und Toni.

Sie hatte keine Zeit, länger darüber nachzudenken.

Nach einem kurzen Moment im Badezimmer, in dem sie sich dann doch für ein wenig Make-up entschied – nicht viel, nur genug, um sich ein bisschen mehr wie sie selbst zu fühlen – zog sie sich an und machte sich schließlich auf den Weg.

Die Schlittschuhbahn lag am Rand des kleinen Stadtparks, eingerahmt von frostigen Bäumen und Lichterketten, die sich wie ein Sternbild über das Eis spannten. Musik drang aus Lautsprechern, ausnahmsweise keine Weihnachtsmusik. Gerade lief Bruno Mars mit „Just the way you are“ und weckte erneut Teenie-Erinnerungen. Stimmen mischten sich darunter, Lachen, das scharfe Geräusch von Kufen auf Eis.

Sie blieb einen Moment stehen und sah sich um.

Es war voller, als sie erwartet hatte. Keine Party im Berliner Sinne, keine gestylte Exklusivität – sondern ein lebendiges Durcheinander aus Menschen, die sich kannten, sich begrüßten, riefen, winkten. Einige standen mit Glühweinbechern am Rand, andere drehten bereits ihre Runden auf dem Eis. Kinder fuhren unsicher an der Bande entlang, hielten sich aneinander fest, fielen hin, lachten, standen wieder auf.

Julias Blick wanderte automatisch über die Gesichter.

Nicht da.

Sie spürte ein kurzes Ziehen, so flüchtig, dass sie es fast übersehen hätte. Trotzdem suchte sie noch einmal, diesmal bewusster. Zwischen den dicken Jacken, den Mützen, den Schals.

Toni war nicht hier.

„Julia!“

Chrissi winkte ihr vom Rand der Bahn aus zu und kam ihr entgegen, einen Becher in der Hand. „Du hast es geschafft!“

„Sieht so aus“, sagte Julia und lächelte. Es fühlte sich ehrlicher an, als sie gedacht hätte.

„Ziehst du gleich Schlittschuhe an?“ Chrissi nickte in Richtung der Bankreihe. „Oder bleibst du erstmal Team Glühwein?“

„Ich glaub', ich muss erstmal ankommen“, antwortete Julia.

Chrissi lachte. „Kluge Entscheidung.“

Sie standen einen Moment nebeneinander und sahen den anderen zu. Ein Mann, den Julia nur vage aus der Schulzeit kannte, half seiner Tochter beim Aufstehen. Zwei Frauen, ebenfalls bekannte Gesichter von früher, unterhielten sich laut lachend am Rand. Niemand wirkte angestrengt. Niemand schien etwas beweisen zu müssen.

„Kommt Toni eigentlich auch noch?“, fragte Julia schließlich, so beiläufig sie konnte.

Chrissi setzte gerade zu einer Antwort an, als hinter ihnen jemand laut rief, ein Kind kreischend über das Eis rutschte und fast in eine Gruppe Erwachsener krachte. Gelächter. Musik wurde lauter gedreht. Chrissi drehte sich kurz um.

„Was hast du gesagt?“, fragte sie.

„Schon gut“, sagte Julia schnell. „Nicht wichtig.“

Chrissi nickte und nahm einen Schluck aus ihrem Becher. „Komm, ich stell dich mal ein paar Leuten vor.“

Julia ließ sich mitziehen.

Je länger sie blieb, desto mehr löste sich etwas in ihr. Gespräche entstanden, ohne dass sie sich anstrengen musste. Geschichten von früher wurden erzählt, aber nicht mit Wehmut, sondern mit einer Selbstverständlichkeit, die ihr gefiel. Sie hörte zu, stellte Fragen, lachte. Jemand erzählte von seinem kleinen Betrieb, jemand anderes davon, wie schwer und gleichzeitig erfüllend das Leben mit Kindern sei. Chrissi sprach beiläufig darüber, wie sie vor ein paar Jahren den Weinhandel ihres Onkels übernommen hatte – und wie viel Mut es sie gekostet hatte, das wirklich allein zu stemmen.

Julia hörte aufmerksam zu.

Sie war überrascht von sich selbst.

Da war kein Abwerten, kein inneres Vergleichen. Stattdessen spürte sie etwas, das sie lange nicht gekannt hatte: ehrliche Bewunderung. Für Entscheidungen, die sie selbst nie getroffen hatte. Für Wege, die sie nie gegangen war – und die trotzdem Sinn ergaben.

Irgendwann zog sie sich Schlittschuhe an.

Es war Jahre her, dass sie zuletzt auf dem Eis gestanden hatte. Die ersten Schritte waren wackelig, unsicher. Sie hielt sich kurz an der Bande fest, dann ließ sie los. Langsam, vorsichtig, aber es ging. Die kalte Luft brannte angenehm in der Lunge, ihre Wangen fühlten sich warm an.

Sie lachte, als sie fast ins Straucheln geriet und sich gerade noch fing.

„Siehst du“, rief jemand vom Rand, „verlernt man nicht!“

Vielleicht nicht, dachte Julia.

Sie fuhr eine weitere Runde. Die Musik, das Licht, die Stimmen – alles fügte sich zu einem Moment, der sich unerwartet leicht anfühlte. Für einen Augenblick war sie einfach da. Nicht auf der Flucht. Nicht auf dem Sprung.

Dann geschah es.

Es war kein spektakulärer Sturz. Kein großes Ausrutschen. Sie drehte sich, wollte ausweichen, hörte ein Kind lachen, verlor kurz den Halt. Ihr Körper kippte nach vorne, zu schnell, um es noch abzufangen.

Der Schmerz kam abrupt.

Ein scharfer, tiefer Schmerz im Bein, der ihr den Atem nahm, noch bevor sie wirklich begriff, was passiert war. Sie lag auf dem Eis, hörte Stimmen, sah verschwommene Lichter über sich. Jemand kniete sich neben sie, jemand rief nach Hilfe.

„Nicht bewegen“, sagte eine Stimme.

Julia wollte etwas antworten, aber ihr Mund blieb trocken. Alles, was sie dachte, war:

Das ist gerade wirklich passiert.

Der Gedanke kam seltsam klar, fast nüchtern. Für einen kurzen Moment spürte sie gar nichts, dann schoss der Schmerz nach.

Er war nicht diffus, nicht irgendwie überall, sondern ganz eindeutig da – im unteren Bein, scharf und tief, als hätte jemand etwas falsch zusammengefügt. Julia zog reflexartig die Luft ein, doch selbst das Atmen tat plötzlich weh. Ihre Hände krallten sich ins Eis, die Kälte drang durch die Handschuhe, aber sie spürte sie kaum.

„Nicht bewegen“, sagte jemand, diesmal näher, eindringlicher.

Julia blinzelte. Über ihr zogen verschwommene Lichtpunkte vorbei, Lichterketten, Gesichter, Mützen. Stimmen. Viele Stimmen. Zu viele.

„Alles gut, wir sind da“, sagte eine Frau und kniete sich neben sie. Julia sah nur ihre roten Handschuhe. „Kannst du mich hören?“

Julia nickte, langsam. Das Nicken fühlte sich an, als würde ihr ganzer Körper mitziehen.

„Wo tut es weh?“

„Bein“, brachte sie hervor. Ihre Stimme klang fremd, dünn. „Mein Bein.“

Jemand legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter. Eine andere Hand schob sich an ihr Bein, ohne es wirklich zu berühren, eher prüfend, tastend aus der Luft.

„Versuch bitte, das Bein ganz ruhig zu lassen“, sagte nun eine andere Stimme, tiefer, sachlicher. „Kannst du deinen Fuß bewegen? Nur ganz leicht.“

Julia schluckte. Sie schaute nach unten, sah ihren Fuß in dem dunklen Schlittschuh. Alles sah eigentlich normal aus. Zu normal.

Sie versuchte, die Zehen zu bewegen.

Ein stechender Schmerz schoss durch ihr Bein, so plötzlich, dass ihr ein Laut entfuhr, halb Keuchen, halb Aufschrei. Tränen schossen ihr in die Augen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte.

„Okay, okay“, sagte die Stimme sofort. „Alles gut. Nicht weiter versuchen.“

Jemand legte ihr eine Jacke über den Oberkörper. Eine andere Person zog vorsichtig den Schlittschuh vom unverletzten Fuß, während zwei Hände ihr verletztes Bein stabil hielten, ohne es anzuheben. Julia spürte jede kleinste Bewegung, jede Erschütterung, als wäre ihr Körper plötzlich nur noch auf diesen einen Punkt reduziert.

„Das sieht nicht gut aus“, hörte sie jemanden murmeln. „Ich glaub, das ist mehr als nur verstaucht.“

„Hat jemand den Rettungsdienst gerufen?“, fragte eine Stimme laut in die Runde.

„Ich mach das“, sagte Chrissi. Julia erkannte sie jetzt an der Stimme, nah an ihrem Ohr. „Alles wird gut, ok?“

Julia nickte wieder. Ihr Herz schlug schnell, zu schnell. Der Schmerz pulsierte jetzt, kam in Wellen. Sie hatte das Gefühl, als würde ihr Bein gleichzeitig brennen und einfrieren.

„Mir ist kalt“, sagte sie leise.

„Das ist normal“, antwortete Chrissi sofort. „Das kommt vom Schock. Wir decken dich zu.“

Eine weitere Jacke wurde über sie gelegt. Jemand hielt ihre Hand. Julia merkte, dass sie zitterte, obwohl sie gar nicht frieren wollte.

„Der Krankenwagen ist unterwegs“, hörte sie wenig später. „Dauert nicht lange.“

Julia starrte an den Himmel über der Eisbahn. Zwischen den kahlen Ästen der Bäume sah sie ein feine Schneeflocken. Es war absurd friedlich. Als würde die Welt gerade nicht verstehen, was in ihr vorging.

Ihr Bein lag still. Unnatürlich still.

Der Gedanke, dass sie gleich aufstehen und einfach weitergehen würde, fühlte sich unmöglich an. Ebenso unmöglich wie der Gedanke, morgen früh in den Zug zu steigen.

„Kannst du mir sagen, wie alt du bist?“, fragte jemand.

„Zweiunddreißig“, antwortete sie automatisch.

„Gut. Und weißt du, welcher Tag heute ist?“

„Heiligabend“, sagte Julia. Ein fast hysterisches Lachen stieg in ihr auf, blieb ihr aber im Hals stecken.

Als die Sirene des Krankenwagens näherkam, spürte sie zum ersten Mal echte Angst. Keine Panik, sondern dieses tiefe, ruhige Wissen, dass sich gerade etwas verschoben hatte. Dass das hier kein kurzer Moment war, der gleich wieder vorbei sein würde.

Ihr Blick verschwamm erneut.

Sie dachte an Berlin.
An den Zug am nächsten Morgen.
Und ganz kurz – ohne genau zu wissen warum – dachte sie an Toni.

................................

HOME SWEET HOME
A Christmas Cast Story
Part 3

Julia had been back home in time for lunch. She had told her parents about her encounter with Chrissi, but left out the part about Toni. The memory felt too fragile, too unreal, as if she had to keep it to herself for now so as not to ruin it by talking about it.

After lunch, she helped her mother in the kitchen. In recent years, a Thermomix and various other kitchen appliances had found their way into the kitchen, but not a dishwasher. The fact that her parents still resisted what Julia considered to be the most obvious of all conveniences, usually annoyed Julia every time. Today, however, she lacked the energy for this kind of internal eye-rolling. She washed dishes, handed cups, listened half-heartedly to her mother, and yet her thoughts were elsewhere.

Afterwards, they decorated the Christmas tree together, as had always been the tradition in their family. Many of the wooden figures were so old that Julia had known them since she was a child. Since her teenage years, she had found this ritual silly. Later, she had often felt like an actress performing in an old-fashioned, stagnant setting, doing something that had long since become foreign to her.

Today was different.

Perhaps it was the old Christmas CD playing quietly in the background. Perhaps it was the little wooden mouse she had been given as a child, which her mother carefully hung on the same branch every year. Or perhaps it was her parents, who, for once relaxed, were drinking cappuccino together and seriously discussing whether the star should be moved a few centimeters to the left or not.

Julia felt an unfamiliar emotion and hastily pushed it aside.

When the tree was finished, she wanted to retreat to her room. But her mother glanced at the clock and said, “You'd better get going to the ice rink. Otherwise you'll miss everything! And dinner's at six.”

Julia stopped.

Suddenly she felt nervous. She had actually thought about going to the meeting Chrissi had mentioned. More theoretically, more non-committally. But now that it was becoming a reality, she felt anything but ready. Too many faces from the past, too many questions, too many unspoken comparisons.

And Toni.

She didn't have time to think about it any longer.

After a quick moment in the bathroom, where she decided to put on a little makeup – not much, just enough to feel a little more like herself – she got dressed and finally set off.

The ice rink was located at the edge of the small city park, framed by frosty trees and fairy lights that stretched across the ice like a star constellation. Music blared from loudspeakers, for once not Christmas music. Bruno Mars was singing “Just the way you are,” bringing back memories of her teenage years again. Voices mingled with the music, laughter, the sharp sound of skates on ice.

She paused for a moment and looked around.

It was busier than she had expected. Not a party in the Berlin sense, not a stylishly exclusive event, but a lively jumble of people who knew each other, greeted each other, called out, waved. Some stood at the edge with mugs of mulled wine, others were already doing laps on the ice. Children skated uncertainly along the boards, holding on to each other, falling down, laughing, getting up again.

Julia's gaze automatically wandered over the faces.

Not there.

She felt a brief tug, so fleeting that she almost missed it. Nevertheless, she searched again, this time more consciously. Between the thick jackets, the hats, the scarves.

Toni wasn't here.

“Julia!”

Chrissi waved to her from the edge of the rink and came toward her, a cup in her hand. “You made it!”

“Looks like it,” Julia said and smiled. It felt more genuine than she would have thought.

“Are you going to put skates on right away?” Chrissi nodded toward the row of benches. “Or are you going to stay with Team Mulled Wine for now?”

“I think I'll settle in first,” Julia replied.

Chrissi laughed. “Smart decision.”

They stood next to each other for a moment and watched the others. A man Julia vaguely remembered from school was helping his daughter get up. Two women, also familiar faces from the past, were chatting loudly and laughing on the sidelines. No one seemed stressed. No one seemed to have anything to prove.

“Is Toni coming too?” Julia finally asked, as casually as she could.

Chrissi was just about to answer when someone behind them shouted loudly, a child screamed as they slid across the ice and almost crashed into a group of adults. Laughter. The music was turned up louder. Chrissi turned around briefly.

“What did you say?” she asked.

“It's okay,” Julia said quickly. “It's not important.”

Chrissi nodded and took a sip from her cup. “Come on, I'll introduce you to a few people.”

Julia let herself be led away.

The longer she stayed, the more something inside her loosened up. Conversations arose without her having to make an effort. Stories from the past were told, but not with melancholy, rather with a matter-of-factness that she liked. She listened, asked questions, laughed. Someone talked about their small business, someone else about how difficult and at the same time fulfilling life with children was. Chrissi casually mentioned how she had taken over her uncle's wine business a few years ago, and how much courage it had taken her to really do it on her own.

Julia listened attentively.

She was surprised at herself.

There was no disparagement, no inner comparison. Instead, she felt something she hadn't felt in a long time: honest admiration. For decisions she herself had never made. For paths she had never taken – and yet made sense.

At some point, she put on ice skates.

It had been years since she had last stood on the ice. Her first steps were wobbly, uncertain. She held on to the boards for a moment, then let go. Slowly, carefully, but she could do it. The cold air burned pleasantly in her lungs, her cheeks felt warm.

She laughed when she almost stumbled and just managed to catch herself.

“See,” someone called from the sidelines, “you never forget how!”

Maybe not, Julia thought.

She went for another lap. The music, the lights, the voices, everything came together in a moment that felt unexpectedly light. For a moment, she was just there. Not running away. Not on the move.

Then it happened.

It wasn't a spectacular fall. No big slip. She turned, tried to dodge something, heard a child laugh, lost her balance for a second. Her body tilted forward, too quickly to catch herself.

The pain came abruptly.

A sharp, deep pain in her leg that took her breath away before she even realized what had happened. She lay on the ice, heard voices, saw blurry lights above her. Someone knelt beside her, someone called for help.

“Don't move,” said a voice.

Julia wanted to say something, but her mouth remained dry. All she could think was:

This really just happened.

The thought came strangely clear, almost soberly. For a brief moment, she felt nothing, then the pain shot through her.

It wasn't vague, not somewhere everywhere, but clearly there, in her lower leg, sharp and deep, as if someone had put something together wrong. Julia reflexively sucked in air, but even breathing suddenly hurt. Her hands clawed at the ice, the cold penetrating her gloves, but she hardly felt it.

“Don't move,” someone said, this time closer, more urgently.

Julia blinked. Blurry points of light passed overhead, strings of lights, faces, hats. Voices. Lots of voices. Too many.

“It's okay, we're here,” said a woman, kneeling beside her. Julia could only see her red gloves. “Can you hear me?”

Julia nodded slowly. The nod felt as if her whole body was moving with it.

“Where does it hurt?”

“Leg,” she managed. Her voice sounded strange, thin. “My leg.”

Someone carefully placed a hand on her shoulder. Another hand moved toward her leg without actually touching it, more like testing, feeling its way through the air.

“Please try to keep your leg completely still,” said another voice, deeper, more matter-of-fact. “Can you move your foot? Just a little.”

Julia swallowed. She looked down and saw her foot in the dark skate. Everything looked normal. Too normal.

She tried to move her toes.

A sharp pain shot through her leg, so sudden that she let out a sound, half a gasp, half a cry. Tears welled up in her eyes, and she couldn't do anything about it.

“Okay, okay,” the voice said immediately. “It's all right. Don't try anymore.”

Someone put a jacket over her upper body. Another person carefully pulled the skate off her uninjured foot, while two hands held her injured leg steady without lifting it. Julia felt every slightest movement, every jolt, as if her body had suddenly been reduced to just this one point.

“That doesn't look good,” she heard someone murmur. “I think it's more than just a sprain.”

“Has anyone called the ambulance?” a voice asked loudly.

“I'll do it,” said Chrissi. Julia now recognized her by her voice, close to her ear. “Everything will be fine, okay?”

Julia nodded again. Her heart was beating fast, too fast. The pain was now throbbing, coming in waves. She felt as if her leg was burning and freezing at the same time.

“I'm cold,” she said quietly.

“That's normal,” Chrissi replied immediately. “It's from the shock. We'll cover you up.”

Another jacket was placed over her. Someone held her hand. Julia realized she was shaking, even though she wasn't cold.

“The ambulance is on its way,” she heard a little later. “It won't be long.”

Julia stared at the sky above the ice rink. She saw fine snowflakes falling between the bare branches of the trees. It was absurdly peaceful. As if the world didn't understand what was going on inside her.

Her leg lay still. Unnaturally still.

The thought of getting up and simply walking away felt impossible. Just as impossible as the thought of getting on the train tomorrow morning.

“Can you tell me how old you are?” someone asked.

“Thirty-two,” she replied automatically.

“Good. And do you know what day it is today?”

“Christmas Eve,” said Julia. An almost hysterical laugh rose in her throat but stuck there.

As the ambulance siren grew closer, she felt real fear for the first time. Not panic, but a deep, calm knowledge that something had just shifted. That this wasn't a brief moment that would soon be over.

Her vision blurred again.

She thought of Berlin. Of the train the next morning. And very briefly, without knowing exactly why, she thought of Toni.

Advent Calendar – December 14

Comments

wunderbar - man kann sich direkt reinversetzen in diese realistische story!

martin_slwc

Hallo Alex. Es ist eine spannende Geschichte. Ich bin gespannt ob es einen Gips gibt.

JensFootage


More Creators