– English translation below –
HOME SWEET HOME
Eine weihnachtliche Gipsgeschichte
Teil 2
Am nächsten Morgen lag Julia nachdenklich im Bett ihres alten Kinderzimmers. Ihre Eltern waren schon seit fast zwei Stunden auf den Beinen, selbst an Heiligabend konnten sie nicht ausschlafen. Aus der Küche klapperte Geschirr, irgendwo brummte der Staubsauger, dazwischen hörte man gedämpfte Stimmen. Staubsaugen, Essen vorbereiten, noch schnell einkaufen. So viele Routinen, so viel unnötige Unruhe an einem Tag, an dem Julia am liebsten still daliegen wollte.
Ihr Vater war vor zwei Jahren in Rente gegangen, ihre Mutter immer Hausfrau gewesen – und trotzdem schienen ihre Tage voller Termine, To-dos und selbstgeschaffener Dringlichkeiten. Wie die beiden es schafften, so beschäftigt zu sein, war Julia ein Rätsel.
Sie kuschelte sich noch einmal tiefer in die nach Weichspüler duftende Bettwäsche – den gleichen benutzte ihre Mutter schon seit 20 Jahren – auch um den geschäftigen Lärm ihrer Eltern kurz auszublenden. Die beiden hatten versprochen, sie nicht zum Frühstück zu wecken. An Schlaf war in dieser morgendlichen Geräuschkulisse aber ohnehin nicht mehr zu denken.
Und doch war da eine Behaglichkeit, die sie sich nicht erklären konnte. Hier schlief sie besser als in Berlin, auch wenn sie das niemals zugeben würde. Etwas in ihr sträubte sich gegen jedes Gefühl von Geborgenheit, als wäre Nähe etwas, das man nur auf Abstand ertragen konnte.
Ihr Blick wanderte zu den zugezogenen Gardinen. Sie stellte fest, dass sie seit ihrer Ankunft keine einzige Sekunde aus dem Fenster geschaut hatte. Von draußen drang ein seltsam gedämpftes, scharrendes Geräusch herein.
Neugierig warf sie die Decke zurück, zog die Gardine zur Seite und trat näher ans Fenster. In der Einfahrt hantierte ihr Vater mit dem Schneeschieber. Alles war weiß. Der Garten, die Straße, sogar das alte Auto trug eine einige Zentimeter hohe Schneehaube. Es musste die ganze Nacht geschneit haben.
„Hoffentlich fährt mein Zug morgen trotzdem pünktlich“, war Julias erster Gedanke angesichts der weißen Pracht.
Der zweite Gedanke kam überraschend schnell – und Julia war fast misstrauisch, weil er sich so unerwartet gut anfühlte:
Eigentlich tolles Wetter für einen Spaziergang.
Im Bad machte sie sich frisch, ließ ihr Berliner Standard-Makeup bewusst weg und überlegte, welche der wenigen mitgebrachten Kleidungsstücke dem Schnee standhalten könnten. Der kuschelige blaue Wollpullover und der elegante hellgraue Kurzmantel würden sie warmhalten. Die Designerboots waren vermutlich nicht wasserdicht – aber darauf würde sie es ankommen lassen.
Ihre langen braunen Locken ließ sie einfach offen.
In der Küche schnappte sie sich eine Banane und war schon halb zur Tür hinaus, als über das Dröhnen des Staubsaugers hinweg die Stimme ihrer Mutter erklang:
„Frohe Weihnachten, Siebenschläfer! Willst du etwa spazieren gehen?“
Julia hob nur grinsend den Daumen. Es amüsierte sie, dass ihre Mutter den Staubsauger nicht einmal für eine Sekunde abstellte, um sich richtig mit ihr zu unterhalten.
„Super! Schau dich mal ein bisschen um! Das hast du ja schon ewig nicht mehr gemacht“, rief sie weiter und schob den Staubsauger energisch hinter das Sofa. „Und besuch doch mal Tante Jutta an ihrem Weihnachtsmarkt-Stand!“
Draußen winkte Julia ihrem Vater kurz zu, der immer noch mit dem Schneeschieber in der Einfahrt kämpfte, und stapfte durch den knöcheltiefen Schnee bis ans Ende der kleinen Straße mit den Einfamilienhäusern.
Eigentlich hatte sie vorgehabt, dort nach rechts auf den kleinen Waldweg abzubiegen.
Aber stattdessen ging sie, ohne nachzudenken, nach links.
Ihr alter Schulweg.
Der Weg kam ihr vertrauter vor, als sie erwartet hatte. Die Häuser, die kleinen Vorgärten, sogar der brüchige Asphalt. Alles war noch an seinem Platz, als hätte jemand ihre Schulzeit wie in einem Museum konserviert.
An der kleinen Kreuzung hundert Meter weiter hatte sie immer ihre Freundinnen getroffen, um gemeinsam zur Schule zu laufen. Mit kalten Fingern und zu dünnen Jacken, mit Frisuren, die viel Zeit gekostet und doch nie gehalten hatten. Sie hörte ihr damaliges Lachen fast noch, irgendwo zwischen den parkenden Autos und dem Zaun des alten Spielplatzes.
Ein paar Schritte weiter.
Genau hier.
Julia blieb stehen.
Es war nichts Besonderes an dieser Ecke – ein Laternenpfahl, ein Busch, ein vergilbtes Verkehrsschild. Und doch wusste sie es sofort. Hier hatten sie sich zum ersten Mal geküsst. Gleichzeitig überstürzt und ganz schüchtern, und es hatte sich damals wie der Mittelpunkt der Welt angefühlt.
Toni.
Allein der Name klang in ihrem Kopf plötzlich so weich und fremd zugleich. Erste große Liebe. Diese Sorte Liebe, an die man viel zu intensive Erinnerungen hat, obwohl sie eigentlich so kurz gewesen war.
Ihre Träume von der großen Stadt damals hatten ihn mit eingeschlossen. So selbstverständlich wie hohe Häuser und volle Straßen. Aber als es ernst wurde, als es um Bewerbungen und Zukunft ging, hatte Toni gesagt, dass er bleiben wollte. Heimat. Nähe. Familie.
Berlin war ihm zu groß gewesen. Und das hatte ihn für Julia plötzlich klein wirken lassen. Ein Gedanke, für den sie sich heute fast schämte.
Sie hatten sich ein Jahr vor dem Abi getrennt. Keine Dramen, keine großen Worte – eher ein schleichendes Auseinandergehen, das erst viel später wirklich wehtat. Toni wechselte auf eine Schule in der Nachbarstadt, und irgendwann wusste sie nicht einmal mehr, wo genau er steckte. Aus den Augen, aus dem Leben.
Julia ging weiter, ohne zu merken, dass sie längst nicht mehr bewusst auf den Weg achtete.
Und plötzlich stand sie auf dem Marktplatz.
Noch waren die Weihnachtsbuden geschlossen. Lichterketten lagen reglos wie eingefroren da, die Bänke verwaist, das kleine Karussell mit den hübschen Schaukelpferdfiguren stand still. Aus einem kleinen Lautsprecher irgendwo am Rand klang leise Weihnachtsmusik, fast so, als hätte jemand sie vergessen auszuschalten.
In einem der Holzhäuschen werkelte ein Mann mit hochgekrempelten Ärmeln an einer Holzplatte herum, ein paar Meter weiter trug jemand Kisten. Ein Hauch von Glühwein und Tannenduft lag in der Luft.
Julia blieb stehen. Der Ort wirkte anders als sie ihn in Erinnerung hatte.
Kleiner. Und irgendwie wärmer.
„Julia?“
Sie zuckte leicht zusammen. Ob das wohl Tante Jutta war?
Sie drehte sich um.
Chrissi kam aus einem der kleinen Holzhäuschen auf sie zugelaufen, die blonden Haare zu einem praktischen Zopf gebunden, die Wangen rot von der Kälte – oder vielleicht vom Glühwein, der in der Thermoskanne auf der Theke des Häuschens stand.
„Dich hab ich ja ewig nicht gesehen!“
Bevor Julia etwas erwidern konnte, wurde sie schon umarmt.
Chrissi roch nach gebrannten Mandeln.
Und plötzlich war Julia wieder fünfzehn, stand gemeinsam mit Chrissi und anderen Freundinnen auf dem Rummel, angeschrien von Musik, mit Zucker an den Fingern und dem Gefühl, dass das Leben noch ewig vor ihr läge.
„Chrissi! Hey…du auch hier“, brachte sie hervor und musste selbst über ihre Worte schmunzeln. Natürlich war Chrissi hier.
„Ja, wo denn sonst?“ Chrissi lachte. „Mensch, ich dachte erst, ich seh' nicht richtig. Weihnachten bei den Eltern?“
„Weihnachten bei den Eltern“, antwortete Julia. Es klang harmloser, als es sich anfühlte.
„Du wohnst in Berlin, oder?“ Chrissi musterte sie neugierig und ein bisschen unverhohlen. „Ich hab dich mal gegoogelt – ist aber schon eine Weile her. Irgendwas mit Immobilien…? Die Website sah jedenfalls mega fancy aus.“
Julia lachte leise. „Immobilienmaklerin. Ja, ich wohne immer noch in Berlin.“
„Krass“, sagte Chrissi und meinte es offenbar genau so. „Und? Große Stadt, großer Lifestyle?“
Julia zuckte mit den Schultern. „Irgendwas dazwischen.“
Chrissi grinste, als hätte sie eine ganz konkrete Vorstellung davon.
„Ich helf’ meiner Schwester hier mit dem Stand“, sagte sie und deutete mit dem Kopf auf das Häuschen hinter sich. „Glühwein, Mandeln, das volle Programm. Und du? Nostalgie-Tour?“
Julia nickte. „So ungefähr.“
Sie unterhielten sich ein paar Minuten – über alte Lehrer, über die Weihnachtsmärkte von früher, wer geheiratet hatte und wer weggezogen war. Es war nett. Leicht. Und doch schwang etwas Unwirkliches mit, als dürfte dieses Gespräch eigentlich gar nicht stattfinden, weil ihre Leben längst in zu unterschiedlichen Welten angekommen waren.
„Ich muss gleich wieder ran“, sagte Chrissi schließlich und zog ihre Mütze zurecht. „Aber hey, wir gehen heute Nachmittag Schlittschuhlaufen. Martin hat die Bahn reserviert. Halb Klassentreffen, halb Weihnachtssaufen.“ Sie grinste.
„Komm doch mit. Du kennst fast alle die da sind.“
Julia zögerte. „Ich weiß nicht…“
In diesem Moment wanderte Chrissis Blick über Julias Schulter.
„Oh, perfekt“, murmelte sie, und dann lauter: „TONI!“
Julia spürte es, bevor sie ihn sah.
„… TONI!“
Julia brauchte einen Moment, um sich umzudrehen.
Ein paar Meter entfernt stand er mit einer Tüte vom Bäcker in der Hand, der Dampf frischer Brötchen zog in die kalte Luft. Seine Jacke sah aus, als hätte sie schon einige Winter erlebt, sein Lächeln war genau wie früher – dieses leicht schiefe, das ihr sofort vertraut war.
„Julia“, sagte er überrascht.
„Hi“, brachte sie hervor und fühlte sich merkwürdig unvorbereitet auf diesen Moment.
Chrissi grinste zwischen ihnen. „Dann lass ich euch mal.“ Sie schob sich unauffällig davon.
Toni trat näher. „Wie lange bist du hier?“
„Nur bis morgen.“
„Schade…“ Er lächelte – und irgendetwas in ihr stolperte leise los.
Chrissi rief ihnen im Gehen noch zu: „Nachmittags Schlittschuhlaufen, ja? Martin hat die Bahn reserviert!“
Julia zögerte. „Vielleicht.“
Toni nickte. „Ich wär' dabei.“
Dann piepte es plötzlich in seiner Jackentasche, ein scharfes Geräusch, das zwischen Weihnachtslied und Stimmen auffiel. „Ich muss leider los. Wir sehen uns vielleicht später, ok?“
„Vielleicht“, sagte sie.
Er war schon auf dem Weg zwischen die Buden, bevor sie wirklich begriff, dass er ging.
Julia blieb einen Moment allein auf dem Platz stehen. Er war also wirklich hiergeblieben. Und das Seltsame war: Es tat mehr weh, als sie erwartet hatte.
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HOME SWEET HOME
A Christmas Cast Story
Part 2
The next morning, Julia lay pensively in her old childhood bedroom. Her parents had been up for almost two hours; even on Christmas Eve, they couldn't sleep in. Dishes clattered in the kitchen, the vacuum cleaner hummed somewhere, and muffled voices could be heard in between. Vacuuming, preparing food, quick shopping trips. So many routines, so much unnecessary hustle and bustle on a day when Julia would have preferred to lie quietly. Her father had retired two years ago, her mother had always been a housewife. And yet their days seemed to be full of appointments, to-do lists, and self-imposed urgencies. How the two of them managed to be so busy was a mystery to Julia.
She snuggled deeper into the bedding, which smelled of fabric softener – the same one her mother had been using for 20 years – to briefly block out the busy noise of her parents. They had promised not to wake her for breakfast. But with all the noise this morning, sleep was out of the question anyway.
And yet there was a comfort she couldn't explain. She slept better here than in Berlin, even though she would never admit it. Something inside her resisted any feeling of security, as if closeness was something that could only be endured from a distance. Her gaze wandered to the drawn curtains. She realized that she hadn't looked out of the window for a single second since her arrival. A strange muffled scraping sound came from outside.
Curious, she threw back the blanket, pulled the curtain aside, and stepped closer to the window. Her father was busy with the snow shovel in the driveway. Everything was white. The garden, the street, even the old car was covered with a few inches of snow. It must have snowed all night.
“I hope my train will still run on time tomorrow,” was Julia's first thought as she looked at the white splendor.
The second thought came surprisingly quickly—and Julia was almost suspicious because it felt so unexpectedly good: Actually, it's great weather for a walk.
She freshened up in the bathroom, deliberately leaving out her standard Berlin makeup, and considered which of the few items of clothing she had brought with her would be suitable for the snow. The cozy blue wool sweater and the elegant light gray short coat would keep her warm. The designer boots were probably not waterproof – but she would take a chance on that.
She simply left her long brown curls loose.
She grabbed a banana in the kitchen and was already halfway out the door when her mother's voice rang out over the roar of the vacuum cleaner: “Merry Christmas, sleepyhead! Are you going for a walk?”
Julia just grinned and gave her a thumbs up. She found it amusing that her mother didn't even put down the vacuum cleaner for a second to talk to her properly.
“Great! Take a look around! You haven't done that in ages,” she continued, pushing the vacuum cleaner energetically behind the sofa. “And why don't you visit Aunt Jutta at her Christmas market stall!”
Outside, Julia waved briefly to her father, who was still struggling with the snow shovel in the driveway, and trudged through the ankle-deep snow to the end of the small street lined with single-family homes.
She had actually planned to turn right there onto the small forest path.
But instead, without thinking, she turned left.
Her old way to school.
The road seemed more familiar to her than she had expected. The houses, the small front gardens, even the crumbling asphalt. Everything was still in its place, as if someone had preserved her school days like in a museum.
She had always met her friends at the small intersection a hundred meters further on to walk to school together. With cold fingers and thin jackets, with hairstyles that had taken a long time to do and yet never stayed in place. She could almost still hear their laughter from back then, somewhere between the parked cars and the fence of the old playground.
A few steps further. Right here.
Julia stopped.
There was nothing special about this corner—a lamppost, a bush, a yellowed traffic sign. And yet she knew immediately. This was where they had kissed for the first time. At once rushed and very shy, and at the time it had felt like the center of the world.
Toni.
The name alone suddenly sounded so soft and strange in her head. First love. The kind of love you have such intense memories of, even though it was actually so short-lived.
Her dreams of the big city back then had included him. As naturally as tall buildings and busy streets. But when things got serious, when it came to job applications and the future, Toni had said he wanted to stay. Home. Proximity. Family.
Berlin had been too big for him. And that had suddenly made him seem small to Julia. A thought she was almost ashamed of today.
They had broken up a year before graduation. No drama, no big words—more of a gradual drifting apart that only really hurt much later. Toni transferred to a school in the neighboring town, and at some point she didn't even know where he was anymore. Out of sight, out of mind.
Julia walked on, not realizing that she had long since stopped paying attention to where she was going.
And suddenly she was standing in the market square.
The Christmas stalls were still closed. Fairy lights lay motionless, as if frozen, the benches were deserted, and the small carousel with its pretty rocking horse figures stood still. Christmas music played softly from a small speaker somewhere on the edge, almost as if someone had forgotten to turn it off.
In one of the wooden huts, a man with rolled-up sleeves was working on a wooden panel, a few meters away someone was carrying boxes. There was a hint of mulled wine and pine scent in the air.
Julia stopped. The place looked different from how she remembered it. Smaller. And somehow warmer. “Julia?”
She flinched slightly. Could that be Aunt Jutta?
She turned around.
Chrissi came running toward her from one of the little wooden huts, her blonde hair tied back in a practical braid, her cheeks red from the cold. Or perhaps from the mulled wine in the thermos on the counter of the hut.
“I haven't seen you in ages!” Before Julia could reply, she was already being hugged.
Chrissi smelled of roasted almonds.
And suddenly Julia was fifteen again, standing with Chrissi and other friends at the fair, surrounded by loud music, with sugar on her fingers and the feeling that life was still ahead of her.
“Chrissi! Hey...you're here too,” she managed to say, and had to smile at her own words. Of course Chrissi was here.
“Yeah, where else?” Chrissi laughed. “Man, at first I thought I wasn't seeing right. Christmas with your parents?”
“Christmas with my parents,” Julia replied. It sounded more innocent than it felt.
“You live in Berlin, right?” Chrissi looked at her curiously and a little blatantly. “I googled you once, but it was a while ago. Something to do with real estate...? Anyway, I remember that the website looked super fancy.”
Julia laughed softly. “Real estate agent. Yes, I still live in Berlin.”
“Wow,” said Chrissi, and she obviously meant it. “So? Big city, big lifestyle?”
Julia shrugged. “Something in between.”
Chrissi grinned as if she had a very specific idea about that.
“I'm helping my sister with the stand,” she said, nodding toward the little house behind her. “Mulled wine, almonds, the whole shebang. And you? Nostalgia tour?”
Julia nodded. “Something like that.”
They talked for a few minutes, about old teachers, about Christmas markets from the past, who had gotten married and who had moved away. It was nice. Easy. And yet there was something unreal about it, as if this conversation shouldn't really be happening because their lives had long since arrived in worlds that were too different.
“I have to get back to work,” Chrissi finally said, adjusting her cap. “But hey, we're going ice skating this afternoon. Martin has reserved the rink. Half class reunion, half Christmas party.” She grinned.
“Come with us. You know almost everyone who'll be there.”
Julia hesitated. “I don't know...”
At that moment, Chrissi's gaze wandered over Julia's shoulder.
“Oh, perfect,” she murmured, and then louder: “TONI!”
Julia sensed it before she saw him.
“...TONI!”
Julia took a moment to turn around.
A few meters away, he stood with a bag from the bakery in his hand, the steam from fresh rolls wafting into the cold air. His jacket looked like it had seen a few winters, his smile was just like it used to be. That slightly crooked one that was immediately familiar to her.
“Julia,” he said, surprised. “Hi,” she managed, feeling strangely unprepared for this moment.
Chrissi grinned between them. “I'll leave you two alone then.” She slipped away unobtrusively.
Toni stepped closer. “How long are you here?”
“Just until tomorrow.”
“Too bad...” He smiled—and something inside her began to stumble.
Chrissi called after them as she walked away: “Ice skating this afternoon, right? Martin has reserved the rink!”
Julia hesitated. “Maybe.”
Toni nodded. “I'll be there.”
Then suddenly there was a sharp beeping sound in his jacket pocket, which stood out among the Christmas carols and voices. “I'm afraid I have to go. Maybe we'll see each other later, okay?”
“Maybe,” she said.
He was already on his way between the stalls before she really realized he was leaving.
Julia stood alone on the square for a moment. So he had really stayed here. And the strange thing was: it hurt more than she had expected.
martin_slwc
2025-12-20 23:42:34 +0000 UTCNorbert Bredow
2025-12-10 16:03:35 +0000 UTC